Interview mit Eva Hunger

von Eric Holst
eva

1. Liebe CodeCat. Wer bist du und was machst du hier?

Ich heiße Eva, bin 24 Jahre alt, komme ursprünglich aus Mönchengladbach und bin nun seit vier Jahren am Bodensee. Ich habe hier Communication, Culture & Management studiert und habe erst vor zwei Monate meine Bachelorarbeit abgegeben. Gerade mache ich den WebDevelopment Kurs bei CareerFoundry und bin im Orga-Team der CodeCats.

2. Wie bist du Teil von den CodeCats geworden?

Ich bin seit Februar bei den CodeCats, wobei ich es nicht zum ersten Treffen schaffte. Als ich das erste Mal dabei war, wurde die Namensfindung besprochen und mir ist dann der Name eingefallen. Wir hatten vorher mit verschiedenen Code- und Techbegriffen gespielt, z.B. CodeUnicorns oder It-Girls (wie “I.T.” ausgesprochen). Doch CodeCats war cool und kurz.

3. Wie kam es für dich dazu mitzumachen?

Ich habe gemerkt, dass Frauen den Bereich IT als zu nerdig abstempeln, aber dabei das Potenzial unterschätzen. Sie überlassen es großen Teils den Männern! Wenn etwas mit meinem Laptop nicht funktioniert und ich zum IT-Support gehe, sind dort nur Jungs.
Ich habe eine Notwendigkeit gespürt und fand daher die Initiierung einer Peer-Group spannend, ohne, dass jemand alleine im Keller sitzt, sondern wir gemeinsam Coding Skills entwickeln. Die meisten von uns haben keine Ahnung - und das ist ok.
Außerdem verspricht das Format unendlich viel Potenzial… das Einladen von Speakern, die Events, die Leute und die umzusetzenden Projekte.
Natürlich sind auch die Leute im Team super, genauso spannend sind auch die 40 Teilnehmer. Und ehrlich gesagt ist es die perfekte Möglichkeit, den Sommer am See zu verbringen.

4. Welche Rolle nimmst du im Team ein?

Ich mache die Eventkoordination, sowie bin ich die Trust-Cat. Zu mir kommen alle, die Probleme haben, oder ich frage nach, wie es läuft. Wir wollen vor allem das Gemeinschaftsgefühl stärken.

5. Braucht es das, um als Teilnehmer den Frust beim Coden durchzustehen?

Nein, ich glaube, das braucht es nicht unbedingt wegen des Frusts. Die meisten sind leider gerade ohnehin eher am Hausarbeiten schreiben und sie frustriert eher, dass sie sich nicht so viel Zeit für das Coden nehmen können, wie sie es gerne tun würden.
Doch Coden macht super viel Spaß. Wir helfen uns gegenseitig und unter uns sind einige, die sehr fit in dem Thema sind. Außerdem haben wir natürlich unsere CareerFoundry-Coaches. Deswegen hält sich der Nicht-weiter-kommen-Frust in Grenzen.

6. Was lernst du derzeit bei CareerFoundry?

Ich bin gerade bei Lektion 9 im WebDeveloper-Kurs und habe heute daran gebastelt, wie ich eine responsive website aufbaue. Also wie die Webseite gut auf einem Laptop und auch Smartphone angezeigt werden kann, ohne dass es das Layout zerhaut.

Am liebsten habe ich das Foto-Karussel gebastelt, wo verschiedene Bilder auf der Startseite angezeigt werden. Daran habe ich heute allein zwei Stunden gearbeitet… und gestern nochmal am Layout.

Ich feiere das Gefühl, wenn etwas funktioniert und ich direkt sehe, was ich am Tag geschafft habe. Es macht einen Riesenspaß, die richtigen Farben und Schriften rauszusuchen. Die kleinen Erfolgserlebnisse bringen mich voran und es ist toll, die To-Do-Liste abzuhaken, Aufgaben einzusenden und die Entwicklung zu sehen, denn es sieht jeden Tag anders aus.
Und was mich am Coden fasziniert, ist, dass es immer Sinn macht. Wenn etwas nicht klappt, dann ist dahinter auf jeden Fall ein Fehler, der sich nachvollziehen lässt. Es gibt keine Ausnahmen, wie wenn man eine Landessprache lernt.

7. Welche Fähigkeiten bringst du beim Coden ein? Oder welche entdeckst du neu?

Ich bin nicht so gut im Zeichnen, aber ich denke, dass ich ein ganz gutes Auge für die richtigen Bilder, Formen und Farben habe.
Im Studium nutzte ich ganz andere Fähigkeiten. Das Schreiben einer wissenschaftlichen Hausarbeit kann man nicht mit dem Programmieren einer Website vergleichen. Das spricht in mir etwas ganz anderes an. Beim Layouten einer Hausarbeit kann man sich nicht wirklich Austoben, doch eine Website ist wie ein leeres Blatt, mit unendlich vielen Möglichkeiten zum Ausmalen - das finde ich faszinierend und dafür möchte ich meine Toolbox zusammenstellen, mit der ich eine leere Website von Grund auf schön gestalten kann. Eigentlich ist es keine Toolbox, sondern ein Malerkasten, den ich mir aneigne. Wozu ist jeder Pinsel, Stift oder Strich da?

8. Und wozu machst du das? Für Urlaub am See oder um Zeit für die berufliche Orientierung zu haben?

Ich möchte mir Zeit nehmen, um die letzten fünf Jahre zu reflektieren, was alles passiert ist, seitdem ich mein Abitur habe. Dafür möchte ich eine Website bauen: eine Art digitales Album für mich und meine Familie, die mich in den letzten Jahren unterstützt hat. Die Momente will ich teilen und nicht nur durch Erzählungen, sondern es festhalten…

Beruflich würde ich es super gerne weiter machen, doch kann ich es gerade noch nicht wirklich einschätzen. Ich weiß nicht, wie weit ich bis Ende August komme. Doch die Art zu arbeiten macht mir Freude und ist selbstbestimmt.

Ich kann mir vorstellen, Websiten für Organisationen und Personen zu gestalten. Ich kann es mir aber auch vorstellen, selbst zu gründen und dann die IT-Spezialistin im Team zu sein. Bei Initiativen an der Uni merkte ich oft, dass es genau an dieser Person mangelte, welche programmiert oder einfach nur in der Lage ist, eine Landing-Page zu gestalten. Von denen möchte ich nicht abhängig sein.

Darüber hinaus finde ich die Leute der Tech-Szene unheimlich nett und begeisternd. Das ist eine sehr spannende Branche, in der immer etwas Neues aufkommt und man viele schnelle Veränderungen erlebt. Auch wenn ich dort mal nicht arbeiten sollte wird es mich weiterhin beeinflussen. Das wird auch an der Bandbreite unserer Speaker deutlich: die Bereiche, in denen sie arbeiten sind so divers, dass der Tech-Einfluss in fast jedem Bereich des Alltags zu sehen ist.

Letzte Frage: Was ist deine Lieblingskatze?

Ich bin eher ein Hundemensch. Sorry! Aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann hätte ich gerne die CodeCat, die mir beim Coden auf dem Schoß oder auf der Tastatur sitzt und mir bei Problemen weiterhilft (lacht).

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